Werdegang

Der Grundstein zur Tierliebe

Schon früh lehrte mich meine Familie respekt- und liebevoll mit Tieren umzugehen. Ich trug mit meiner Mutter Kröten und Schnecken über die Straße, mein Vater zeigte mir, wie man Hunde pflegt und Katzen richtig streichelt (nicht gegen den Strich) und meine Großeltern brachten mir bei, wie man Kaninchen richtig versorgt und Vögel füttert. Schon mit 6 Jahren hatte ich ein eigenes Kaninchen, welches ich weitgehend eigenständig versorgte. Im Laufe der folgenden Jahre kamen ein Hahn, mehrere Meerschweinchen, eine Katze, und zwei Ratten hinzu. Außerdem lernte ich Pferde versorgen, voltigieren und reiten. Und ich lernte auch, dass die meisten Tiere nicht so alt werden wie Menschen und man geliebte Tiere manches Mal wieder verabschieden muss.

Berufswunsch: Hauptsache Tiere!

So lange ich mich an einen Berufswunsch erinnern kann, war mir klar, dass ich mit Tieren arbeiten möchte. Wegen der großen Auswahlmöglichkeiten bei diesem "Berufswunsch" konnte ich mich aber zuerst nicht recht entscheiden, was genau ich lernen möchte, bzw. mit welchen Tieren ich arbeiten möchte. Tierpfleger war mir nicht umfassend genug, Tierärztin oder Tierarzthelferin kamen für mich auch nicht infrage, ich konnte mir nicht vorstellen, hauptsächlich kranke Tiere zu sehen und schon gar nicht diese für OPs aufzuschneiden oder gar einzuschläfern.

Studium der Biologie

Daher entschloss ich mich, mir erst einmal einen großen Überblick und ein gutes Grundlagenwissen über die Tierwelt zu erarbeiten, und studierte Biologie mit dem Schwerpunkt Zoologie. Als weitere Fächer wählte ich Naturschutz - denn der Schutz der Erde ist auch für die Tierwelt bedeutend - und Sozialpsychologie - schließlich sind wir Menschen es, die sich ändern müssen, um die Welt zu verbessern.

Auf den Hund gekommen

Nachdem 1998 meine erste eigene Hündin zu mir kam, verfestigten sich meine Bindung zu und mein Interesse an Hunden immer mehr. Scatty, besagte Hündin, war mir seit dem Auszug von zu Hause eine treue Begleitung, war in guten und schlechten Zeiten stets an meiner Seite und lehrte mich viel.
Des Weiteren nahm ich vor meinem Studium Hunde aus dem Tierschutz in Pflege bis diese sich an die neue Situation gewöhnt hatten und ein richtiges zu Hause für sie gefunden wurde. Ich wollte gegen das Leid der Tiere aktiv etwas tun.
Da mir auch immer öfter Freunde und Bekannte ihren Hund während ihrer eigenen Abwesenheit anvertrauten und mir das Beisammensein von vielen Hunden große Freude bereitete - es ist so interessant ihre Mimiken, Gesten und Intelligenz in der Gruppenbegegnung zu beobachten - wuchs der Wunsch in mir, mich mehr mit diesen faszinierenden Tieren zu befassen.
Ich besuchte Trainingsstunden und Seminare bei verschiedenen Hunde-Trainern und las viel von Turiid Rugaas und aus dem Animal Learn Verlag. (Gewaltfreie und artgerechte Hundeerziehung war mir von Anfang an wichtig, auch wenn ich zu Beginn aus Unwissenheit sicher noch einige Fehler machte.)
Auch über Hunde, die Krebs erschnüffeln, behinderten Menschen helfen oder in der Seerettung eingesetzt werden, war ich begeistert.
Irgendwann las ich Berichte von Rico, den Bordercollie, der über 200 Gegenstände kannte und neue Wörter wie ein 3 jähriges Kind nach dem Ausschlussprinzip lernte.

Diplomarbeit über Hunde

Da war endgültig klar: meine Diplomarbeit möchte ich auch über Hunde schreiben!
Prof. Dr. Julia Fischer und Dr. Juliane Kaminski, die auch schon die Studie mit Rico durchführten, sowie Dr. Juliane Bräuer, die ebenfalls für die HundeStudien des MPI Leipzig forscht, unterstützten mich bei meiner Diplomarbeit mit dem Thema "Visueller Perspektivwechsel bei Hunden - Verstehen Hunde, was der Mensch sehen kann?". Dafür führte ich eine Verhaltensstudie mit Haushunden in Leipzig durch, was mir große Freude bereitete. Die Hunde wurden mir dafür von Ihren Besitzern an 3 Tagen für je 1-2 Stunden gebracht. Da die Tiere mit Leckerlies motiviert wurden, sind sie mit großer Vorfreude gekommen und haben ganz toll mitgemacht. So macht Forschung Spaß!

Abschied und Neuanfang

Leider musste ich während dieser Zeit schweren Herzens meine geliebte, inzwischen dreibeinige Hündin Scatty nach 10 gemeinsamen Jahren ins Regenbogenland gehen lassen, da wir den Knochenkrebs nicht besiegen konnten. Der Verlust war sehr schmerzlich!
Da ich für meine Diplomarbeit weiterhin täglich mit vielen Hunden in Kontakt kam, war die Stille zu Hause für mich nicht auszuhalten.

So war mir schnell klar, dass ich wieder einem Hund ein zuhause geben möchte. Trotz durchaus gut gemeinter Ratschläge meiner Freunde "noch etwas zu warten" war mir klar, dass ich einen neuen Hund genauso würde lieben können. Ganz bewusst wählte ich einen, der ganz anders war als Scatty, und so kam der kleine Wirbelwind Malu im Sommer 2008 zu mir. Und das war genau die richtige Entscheidung! Mit ihr durfte ich schon so viele neue Erfahrungen machen und lerne immer weiter. Außerdem merkte ich einmal mehr, was für unterschiedliche Charaktere Hunde haben und dass jeder seine ganz eigenen Herausforderungen für einen bereit hält.

Abschluss mit „Sehr gut“

Mein Studium schloss ich dann im Sommer 2009 mit "Sehr gut" ab. Doch danach entschied ich mich gegen einen Weg in die Wissenschaft. Ich wollte wieder direkt mit Hunden arbeiten.

Hunde Runde

Und so gründete ich die Hunde Runde in Göttingen. Seit dem erfreue ich mich täglich an den vielen Kontakten zu den unterschiedlichsten Hunden. Freue mich über jeden schönen Tag, den ich ihnen bereiten kann, und die vielen Möglichkeiten, so unterschiedliche Charaktere kennenzulernen. Und ich gebe mir jeden Tag aufs neue Mühe, den individuellen Bedürfnissen eines jeden Hundes gerecht zu werden.

Ich liebe meine Arbeit!

zurück